Das Basler Lachsprojekt

Aus alten Fangstatistiken geht hervor, dass noch im Jahre 1878 zwischen Basel und Laufenburg 4565 Lachse gefangen wurden. Diese Zahl mag erstaunlich hoch erscheinen, doch war der Lachsbestand bereits damals gefährdet. Hauptübel war die übertriebene Befischung, besonders in den Niederlanden. (Lachsvertrag von 1885)

Um die Jahrhundertwende wurden in der Schweiz jährlich noch rund 2000 Lachse gefangen. In den Jahren 1910 bis 1930 nahmen die Fangzahlen erneut stark ab. Der Bau des Kraftwerks Kembs (1932) bedeutete das Ende der Lachsfischerei denn nur noch wenige Tiere schafften den Weg bis Basel.

Einzig im Kriegsjahr 1945 konnten nochmals gegen 300 Lachse gefangen werden, da die teilweise zerstörten Staustufen bei Kembs während längerer Zeit für die Fische passierbar waren. Nach 1958 sind die zwar geringen, aber alljährlichen Fänge völlig ausgeblieben, und der Atlantische Lachs wurde in den Ausführungsvorschriften zum neuen Fischereigesetz als ausgestorben erklärt. Eine künstliche Wiederansiedlung bedurfte daher nach dem Fischereigesetz die Bewilligung des Bundesrates (1982 eingeholt).

Im gleichen Jahr wurde in Basel ein Lachsprojekt initiiert, das die Wiederansiedlung des Lachses zum Ziel hatte. Die Initianten waren die Kantonale Fischerei-Aufsicht - angesiedelt beim Polizei- und Militärdepartement des Kantons Basel-Stadt (PMD) -, die Fischerei-Interessenten am Oberrhein (FIO) und der Kantonale Fischerei Verband Basel-Stadt.

Aus Eiern, die anfangs aus Schweden stammten, wurden Junglachse aufgezogen und vor dem Einsatz in die Gewässer markiert. Im Jahre 1986 formulierte die Internationale Kommission zum Schutze des Rheins (IKSR) das "Aktionsprogramm Rhein" mit dem Ziel, bis im Jahre 2000 den Lachs im Rhein wieder zur Fortpflanzung zu bringen. Die Wiederansiedlung des Lachses ist so zum Symbol für die Genesung des Ökosystems Rhein geworden.

1983 bis 1992 wurden die Lachseier aus dem Fluss Lacan in Schweden (jährlich zwischen 50'000 bis 100'000 Lachseier) bezogen. 1993 brach eine Fischkrankheit aus (vermutlich IPN). Die Lachsanlagen wurden für längere Zeit geschlossen. 1993 wurden im Rahmen des Lachsprojektes 10'000 in Schottland gekaufte 1-jährige Junglachse in die Wiese ausgesetzt.

Im Auftrag und in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) und im Interesse des internationalen Projekts "Lachs 2000" wird das Lachsprojekt im Kanton Basel-Stadt weitergeführt. Der Ankauf von Lachseiern aus dem Ausland ist jedoch nicht immer optimal und vielfach mit Problemen verbunden. 1995 liefert die Fischerei-Aufsicht des Kantons Basel-Stadt 58'000 beäugte Lachseier in die Fipal-Brutanstalt "Schälloch" in Zwingen.

Wegen der immer noch fehlenden Fischbrutanlage ist zur Zeit eine eigene Lachsaufzucht nicht möglich. Die fischereiverantwortliche Amtsstelle prüfte verschiedene Wege zur Realisation einer neuen Fischbrutanstalt. Auf ihrer Suche sind die Verantwortlichen dabei auf die Fischbrutanstalt "Petite Camargue" bei Saint Louis/F gestossen. Nach verschiedenen Vorgesprächen mit der Organisation (I' eAu Vive, Petite Camargue) sind auch die Franzosen an einem trinationalen Projekt wie auch an einem Konzept zur Wiederansiedlung von bedrohten Fischarten sehr interessiert.

Seit 1996 liefert die Fischerei-Aufsicht jährlich rund 50'000 beäugte Lachseier in die Fischzuchtanstalt "Petite Camargue". Die Lachseier stammen aus dem französischen Fluss Adour (Pyrenäen). Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Fischerei ist ausserordentlich gut. Mit der Unterzeichnung eines Partnerschafts-Abkommen zwischen der "Association pour la Sauvegarde des Domaines de la Petite Camargue Alsacienne" und der Kantonspolizei Basel-Stadt am 5. August 1998 erhielt die Kantonale Fischerei-Aufsicht die Möglichkeit, die Anlage der "Pisciculture de I' eAu Vive" zur Erforschung und zur Aufzucht von einheimischen Fischarten zu benutzen.

Die Basler Kantonspolizei und Fischerei-Aufsicht wurde gleichzeitig Vollmitglied der "Commission Pisciculture de I' eAu Vive".

Die Fischerei-Aufsicht lieferte 1998 erneut 50'000 beäugte Lachseier (Salmo salar) in die Fischzuchtanstalt "Petite Camargue". Diese stammten wieder aus dem französischen Fluss Adour (Pyrenäen). In der ersten März-Woche wurden die aufgezogenen Junglachse in den St. Alban-Teich eingesetzt.

In der vergangenen Zeit erreichte der Lachs den Oberrhein und Basel zeitlich versetzt in mehreren Phasen, letztmals 1958.
Beim Lachs unterscheidet man zwischen

  • dem (kleinen) St. Jakobslachs
  • dem kleinen und grossen Sommerlachs
  • dem grossen Winterlachs

Die Lachse können beachtliche Grössen von bis zu 150 Zentimeter erreichen.

Die Hauptstossrichtung der heutigen Fischerei-Besatzpolitik zielt eindeutig auf die Herbeiführung eines gesunden Gleichgewichtes der Fischarten hin. Dass diese Absicht - nebst dem rein fischereibiologischen Aspekt - nur durch flankierende Massnahmen, wie etwa die naturnahe Wiederherstellung von Gewässern, verwirklicht werden kann, haben die Untersuchungen und Beschlussfassungen der Internationalen Kommission zum Schutze des Rheins (lKSR) gezeigt.
Der in Basel seit Jahren laufende Versuch zur Wiederansiedlung des Atlanitk-Lachses zielt in die gleiche Richtung und ist Bestandteil des internationalen Programmes und wird auch regelmässig von der E. Zunft zu Fischern ideell und finanziell unterstützt.